1. Polizeikompanie – Die Norwegische Legion
Bericht des Fähnrichs Bødtker.
Die Igelstellung
Es war am 4. Dezember 1942, als die Russen bei Leningrad durchbrachen und die Holländer zurückdrängten, so dass die 1. Polizeikompanie ganz allein in dem zurückblieb, was man nur als „Igelstellung" bezeichnen kann – eine Anordnung, die bald einer von einem steigenden Meer umgebenen Insel ähnelte. Die Russen drängten von allen Seiten heran.
Es schneite und die Sicht war schlecht. Man konnte nicht erkennen, ob die sich bewegenden Schatten Russen oder Holländer waren; aber als Vorsichtsmaßnahme feuerte man auf alle gleichermaßen.
Die Legion lag weiter im Rücken als einzige Reserve der Deutschen und wurde für einen Gegenangriff eingesetzt. Zu diesem Zeitpunkt umfasste sie ungefähr 300 Mann. Die Legion rückte vor, stellte die Front wieder her und verlor 25 Mann. Die Russen ihrerseits hatten 700 Tote auf dem Feld hinterlassen.
Das abgebissene Ohr
Wir sahen uns Kirgisen gegenüber – unangenehme Kerle mit langen Schnurrbärten und markanten Wangenknochen.
Eines Morgens trat einer unserer Männer, Feldwebel Alfred Olsen aus Bergen, aus dem Bunker heraus und fand eine Pistole in seinen Bauch gedrückt. Noch nicht ganz wach und offenbar mit mehr Kaltblütigkeit als Vernunft ausgestattet, hielt er es für einen Kameraden, der einen Scherz trieb, und schlug die Pistole mit einem lässigen „Ach, hör doch auf!" beiseite.
Die Russen, die in den Graben gestiegen waren, fanden keine Gelegenheit zum Rückzug. Sie wurden alle erschossen.
Bei einer anderen Gelegenheit hatten sich einige Russen – wieder Kirgisen – bis an den Grabenrand herangeschlichen, und als der Posten unten vorbeiging, warfen sie eine Zeltplane über ihn, um jeden unbequemen Widerstand zu verhindern. Man nimmt an, dass sie ihn lebend nehmen wollten, da sie vorsorglich einen kleinen Schlitten mitgebracht hatten.
Der Posten erhob jedoch erheblichen Einspruch gegen diesen Plan und wehrte sich mit beträchtlicher Energie gegen die Bande, die über ihn hergefallen war. Die Kirgisen setzten Messer und Zähne gleichermaßen ein und hinterließen dem Mann eine große Anzahl von Schnitten an Brust und Hals. Einer der Kirgisen hatte zudem den größten Teil eines seiner Ohren abgebissen – und in dem, was übrig blieb, konnte man deutlich die Abdrücke der recht eindrucksvollen Pferdezähne des Mannes erkennen.
Der Lärm ließ andere Norweger herbeilaufen.
„Was zum Teufel ist hier los?", riefen sie.
„Schießt, um Gottes willen!", brüllte der Mann und warf sich flach hin. Woraufhin die Angreifer die Flucht ergriffen – zumindest diejenigen, die noch dazu in der Lage waren.