Aus den Aufzeichnungen von Konrad Bertram Holm Sundlo:
Paul Pedersen Dons:
Kanzleirat, Lagmann. Geboren in Trondhjem am 25. Juni 1689. Gestorben in Trondhjem am 24. November 1748.
Er wurde zunächst in die dänische Schule in Trondhjem unter Herrn Christoffer Mentzen Darre gegeben, der zuvor – von 1667 bis 1675 – Konrektor an der lateinischen Schule ebendort gewesen war und der im Dezember 1699 als Beerdigungsunternehmer starb. In dieser Schule blieb Dons 3,5 Jahre und lernte dort Lesen und Schreiben.
Am 8. April 1687 wurde er dem „ehrbaren und wohlgelehrten Studiosus“ Anders Lyndtz übergeben, bei dem er 2 Jahre lang im Lateinischen unterrichtet wurde.
Am 25. April 1699 wurde er in die „große“ lateinische Schule aufgenommen, wo Mag. Anders Ivarsson Børch damals Rektor war (1693–1709). Er kam als Letzter in die dritte Klasse unter dem Hilfslehrer Henrik Mechelborg. Dieser Mechelborg gehörte einer im 17. Jahrhundert sehr angesehenen Familie in Trondhjem an. Er war 1699 geboren und starb 1709 als Vizepastor von Kvikne und Indset.
Später kam Paul Dons an die Universität in Kopenhagen, wo er Medizin studierte und von 11. November 1711 bis 11. April 1715 Alumnus am Borchs Kollegium war.
Nach seiner Rückkehr nach Trondhjem wurde er am 29. Dezember 1725 Ratsherr und Stadtphysikus dort.
Am 17. März 1730 wurde er ebendort Vizebürgermeister mit Nachfolgerecht nach Bürgermeister Rasmus Lindgaard, der am 15. März 1733 starb. Er erhielt den Titel eines Wirklichen Kanzleirats am 22. März 1736, und nach dem Tod von Justizrat Hans Collins wurde er am 21. Mai 1742 durch königliche Bestallung zum Lagmann über den Trondhjemer Lagbezirk ernannt, welches Amt er auf dem St.-Botolph-Lagting am 28. Juni 1742 antrat.
Er verwaltete darüber hinaus die Amtsgeschäfte des Lehnsherrn und Stiftsamtmanns Christian Ulrik von Nissen, der Trondhjem Anfang 1743 verließ, bis sein Nachfolger Christian de Stockfleth 1745 das Amt übernahm.
Selbst nachdem er Lagmann geworden war, fungierte er als „Doktor und Stadtphysikus“, wofür er von der Stadt ein jährliches Gehalt von 133,5 Reichstalern bezog, wobei die ungewissen Einkünfte leicht das Doppelte oder Dreifache betrugen. Laut dem Kopierbuch der Stiftsdirektion für 1748 starb er so arm, dass seine Witwe genötigt war, „um ihn standesgemäß einkleiden und bestatten zu lassen, darum zu bitten, von der Zahlung der Kirchengebühren befreit zu werden“.
Während seines Aufenthalts in Kopenhagen veröffentlichte er 4 medizinische Disputationen:
– Disp. de respiratione animalium, Hofn. 1711–1714
– Disp. de primario respirationes usu. Ibid. 1712–1714
– Disp. de transpiratione animalium ibid. 1713–1714
– Disp. de polypo cordis et vasorum ejus ibid. 1714
Am 10. April 1726 ehelichte er in Trondhjem Anna Lorentzdatter Holst. Nachdem er am 5. März desselben Jahres seinen Kopulationsbrief vom 29. Dezember 1725 vorgewiesen hatte, wurden sie im Hause getraut.
(In den Rechnungsbüchern des Trondhjemer Doms findet sich unter den „Trauungen im Hause“ am 16. April 1726 vermerkt: Dr. Paul Dons 5 Reichstaler.)
Anna Lorentzdatter Holst war in Trondhjem am 22. Oktober 1706 geboren und war die Tochter von Lorentz Marcussen Holst (geboren in Flensburg am 6. Mai 1669, kam nach Trondhjem, wo er sich als Kaufmann niederließ und das Obervormund-Amt übertragen bekam, zugleich Ratsherr, gestorben am 26. März 1740) und dessen erster Ehefrau (getraut am 6. September 1698) Anna (oder Anniche) Clausdatter Holst, die am 31. Dezember 1718 „an der beim feindlichen Angriff grassierenden Seuche“ starb.
Lorentz Marcussen Holst heiratete ein zweites Mal am 10. Juli 1720 Anna Andersdatter Høyer, geboren 1689, gestorben am 2. April 1756.
Anna Lorentzdatter Holst starb am 14. Dezember 1777 im Pfarrhof von Værdalen bei ihrem Schwiegersohn, Propst Peder Offesen Krog.