John Kjelbergsen Sundlo
Geboren am 19. April 1841 auf Sundlo. Gestorben im Januar 1909. Begraben am 20. Januar 1909 auf dem Friedhof V. Aker.
Aus den Aufzeichnungen von Konrad Bertram Holm Sundlo:
„Mein Vater war der Sohn eines Bauern, geboren und aufgewachsen in Skogns Markabygd, umgeben von Fichtenwald. Er war Hütejunge gewesen, hatte Wald und Flur durchstreift, Schlingen gestellt und Beeren gepflückt. Er arbeitete etwa ein Jahr bei einem Schmied und besuchte dann die Landwirtschaftsschule Rotvoll, wo er seine Prüfung ablegte. Er schien für ein Leben in der freien Natur bestimmt zu sein – und doch saß er alle zwanzig Jahre seiner Anstellung als Kassierer bei der Gaustad-Nervenheilanstalt in einem kleinen Büro, in das nie Sonne fiel. Er erkrankte an Tuberkulose und wurde gebrochen.
Als Vater 23 Jahre alt war, übte er als Rekrut bei der Artillerie auf dem „Skansen" in Trondheim. „Als ich zur Musterung erschien und unter der Messlatte stand", sagte Vater, „stand ich ein wenig in den Knien gebogen. Der Musterungsarzt sagte jedoch: Streck die Knie durch, Junge. Es ist keine Schande, groß zu sein!"
Vater bestand die Prüfung an der Landwirtschaftsschule mit ausgezeichnetem Ergebnis und wurde daher als Agronom bei der damals im Bau befindlichen Nervenheilanstalt Rotvoll angestellt. Schreiber Lassen war „Ökonom" (Buchhalter) an der Landwirtschaftsschule – so lernten seine Tochter und mein Vater sich kennen.
Vater war auch eine Zeit lang als Agronom beim Huså-Werk in Jämtland tätig. Das muss vor seiner Zeit als Agronom auf Rotvoll gewesen sein, denn von Rotvoll aus bewarb er sich an die Nervenheilanstalt Eg bei Kristiansand S. Während Vater auf Eg war, gab er die Stelle als Agronom auf und übernahm stattdessen die Stelle des Kassierers der Anstalt. Dann bewarb er sich an die Gaustad-Nervenheilanstalt, ebenfalls als Kassierer. Dorthin zogen wir im Spätsommer 1887 und mieteten uns bei Sattler Brandt auf dem „Brandthaugen" in einer zweistöckigen Villa ein. Nach einigen Jahren zogen wir nach Gaustadbakken, der kleinen Häusergruppe am unteren Ende der Allee. 1903 zogen wir nach Vinderen stasjon an der Holmenkollbanen, wo Vater eine schöne Eckwohnung im 3. Stockwerk eines Ziegelgebäudes gemietet hatte.
Im Oktober 1908 – ich lebte damals in Steinkjer – erhielt ich plötzlich ein Telegramm, dass Vater sehr krank sei und wünsche, dass ich käme und die Kassierstelle übernähme, bis er wieder gesund sei. Vater lag bettlägerig, als ich ankam. Er hatte Lungentuberkulose. Am Montag erlitt er einen Rückfall. Der Arzt wurde gerufen und zeigte sich besorgt. In den frühen Morgenstunden merkte ich, dass es dem Ende entgegenging.
So war es am Nachmittag gegen fünf Uhr. Herrliche Sonne. Die Telefondrähte hingen voller Raureif und funkelten glitzernd im Sonnenschein. Ich saß an Vaters Bett und hielt seine Hand, die nach und nach sehr schwitzig und schlaff geworden war. Vater hatte die Augen geschlossen. Dann schlug er sie plötzlich auf und sah mich an: „Die Kleinen?" sagte er. „Ich werde mich um sie kümmern", sagte ich. Vater lächelte zufrieden und schloss die Augen. Eine kurze Weile darauf zog er einen tiefen Seufzer – und dann hatte er uns Söhne, die durch all die Jahre nach Mutters Tod seine Freude und sein Stolz gewesen waren, für immer verlassen."