Aus dem Artikel „Der Gelbgießer auf Jøråshaugen in Skogn" von Johannes Gundersen.
(Vgl. Jahrbuch 1995 des Levanger Historielag)
„.....Das Jahr ist 1842. Der vorübergehende Aufenthaltsort ist Olstad, eine Stelle unter dem Hof Lynum. Das Datum soll der 27. Juni gewesen sein. Es waren fünf an der Zahl: Christian Andersen Holm, seine Frau Andrine Enge und die drei Kinder Ane, Arne und John.
Christian war am 6. Januar 1801 auf dem Hof Holme in Fåberg geboren. Andrine war am 1. Juni 1812 auf dem Hof Enge in Follebu, Gausdal, geboren. Die drei Kinder waren in Fåberg geboren, und zwar 1835, 1837 und 1839.
Es mag gut sein zu klären, was der Grund dafür war, dass einer, der einziger Sohn auf einem Hof war, aufbrach und sich auf eine Reise von 45 Meilen begab, mit Frau und drei minderjährigen Kindern.
Was für ihn alles bedeutete, war, dass er sein Handwerk hatte, zu dessen Ausübung er qualifiziert war und worin seine Kenntnisse gut genug waren. Und dann war da noch dies: Im Gebiet um Lillehammer gab es so viele, die dieses Handwerk betrieben, dass es, um einen heutigen Ausdruck zu gebrauchen, keinen ausreichenden ‚Markt' gab.
Zusätzlich zu dem bereits Gesagten sei erwähnt, dass sich im Staatsarchiv in Trondhjem ein Dokument befinden soll, das belegt: ‚Christian Andersen Holm ist nach Skogn zugezogen, um den Gelbgießerberuf auszuüben.' Dies muss vielleicht so verstanden werden, dass eine Art Genehmigung erforderlich war, um das Gewerbe zu betreiben, während gleichzeitig alte Handwerksgesetze (Zunftgesetze) noch eine gewisse Wirkung hatten. Jedenfalls hatte es Bestimmungen gegeben, dass man einen festen Aufenthaltsort haben musste.
Christian zog 1843 mit seiner Familie auf den Hof Jørås, wo er Häusler wurde und zusätzlich seine Werkstatt betrieb. Diese Stelle wurde Jøråshaugen genannt.
Ich habe eine Abschrift eines Häuslerattestes, das auf Jørås geschrieben ist, datiert 19. Dezember 1854. Es ist von B. Jørås unterzeichnet. Darin steht:
‚Vorstehende Bedingungen werden von mir in allen Punkten angenommen. Christian Andersen.
Zur Beglaubigung: C. Lynum, M. Norman.'
Zum Schluss steht dort: Es wurde vor Gericht verlesen beim Monatsthing für die Thingbezirke Verdalen, Skogn und Åsen auf dem Thingplatz Brosveet am 11. Oktober 1855.
Die Gelbgießerei kam nach und nach auf Jøråshaugen in Gang. Die Gegenstände, die hergestellt wurden, waren Mörser, Kerzenleuchter und kleinere Dinge. Diese wurden dann dadurch abgesetzt, dass Andrine damit nach Trondhjem reiste. Einiges wurde vermutlich im näheren Umkreis verkauft.
Es ist gefragt worden, ob er auch große Hofglocken gegossen hat. Die Antwort muss wohl nein lauten, denn das ließ sich wohl unter anderem wegen der Platzverhältnisse nicht bewerkstelligen.
Nachdem sie nach Trøndelag gekommen waren, wuchs die Kinderschar auf acht an, und das erleichterte die Lebensverhältnisse selbstverständlich nicht...........
Aber was ist nun ein Gelbgießer? Und was umfasst dieser Begriff? – Es ist ein Handwerk, das zum Schmiedefach gerechnet wird. Der Gelbgießer ist der Messingschmied, und sein Material ist das Messing. Um den gewünschten Glanz im Kerzenleuchter, den Klang in der Glocke zu erzielen, kam es auf die Fähigkeit an zu verstehen, welche Mischung der Rohstoff aufweisen musste. Kenntnisse auf diesem Gebiet hatten entscheidende Bedeutung für die Qualität des fertigen Produkts.......
Zum Schluss sei erwähnt, dass beide auf Jøråshaugen starben. Andrine am 11. Dezember 1866. Christian am 13. Juni 1867."